
Der Aal wurde früher auch als Piep-Aal oder Gewitterpfurzer genannt – Mythos vs. Faktum?
Es gibt Anekdoten, die tauchen immer wieder auf – und je öfter man sie hört, desto schwerer ist es, sie ganz zu verwerfen. So geschehen in einer Fernsehsendung im Januar 2006, als Hugo Egon Balder in der Kultshow Genial daneben die Frage stellte: „Was ist ein Gewitterpfurzer?“
Die Kandidaten rätselten, das Publikum kicherte – und plötzlich fiel der Name „Aal“. Mehr als nur ein Scherz? Immerhin kennt man den Aal als Meister der Anpassung: Er wandert über feuchtes Gras, verkriecht sich in Röhren, steckt stundenlang reglos im Schlamm. Warum sollte er da nicht auch eine ungewöhnliche Art der Atmung entwickelt haben?
Einige Jahre zuvor hatte sogar die ARD in ihrer Panorama-Sendung ein ähnliches Bild gezeichnet. Dort wurde ein kleiner, unscheinbarer Fisch vorgestellt, der seine Luft über den Darm aufnehmen kann – von den Reportern augenzwinkernd als „Pupsfisch“ bezeichnet. Nur am Rande fiel dabei die Bemerkung, dass diese Fähigkeit vielleicht auch bei anderen, wenig erforschten Arten vorkommen könnte. Und der Aal, so geheimnisvoll wie er ist, schien prädestiniert für solche Gerüch(t)e.
Der Aal, so hieß es, werde im Volksmund auch „Piepaal“ oder „Gewitterpfurzer“ genannt. Angeblich könne er durch Anal-Atmung selbst in sauerstoffarmen Gräben überleben. Eine Erklärung, die verblüffend gut zum Bild des Überlebenskünstlers passt: im Morast eingegraben, unsichtbar für den Menschen, und doch in der Lage, selbst stickige Sommernächte zu überstehen.
„Ist diese Geschichte wahr – oder habe ich sie frei erfunden?“
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