Der Fall 8: „Der Aal ist doch nicht ganz koscher!“

X-Faktor

Es war ein kleiner, unscheinbarer Beitrag in einer großen Berliner Tageszeitung, doch er sorgte für Gesprächsstoff weit über die Hauptstadt hinaus. Unter der Rubrik „Kulinarisches und Kurioses“ berichtete das Blatt von einem Gastwirt, der in seinem Restaurant ausschließlich koschere Speisen anbieten wollte. So weit, so nachvollziehbar.

Doch dann kam der Satz, der bei manchen Lesern für Stirnrunzeln sorgte: „Der Aal gehört nicht dazu – er ist nicht koscher, da er weder Flossen noch Schuppen besitzt.“ Ein kurzer Hinweis, fast nebenbei, und doch brisant: Sollte der traditionsreiche Speisefisch, der seit Jahrhunderten auf deutschen Tellern landet, nach jüdischem Speisegesetz tatsächlich verboten sein? Der Gastwirt, so der Bericht, habe den Aal kurzerhand von der Karte gestrichen und seine Entscheidung mit einem Lächeln begründet: „Dann eben keine Räucheraalplatte mehr – meine Gäste werden es überleben.“ Angeblich sei es auch zu lebhaften Diskussionen am Stammtisch gekommen, ob das Verbot nicht doch ein wenig streng ausgelegt sei. Einige hätten gar gemunkelt, dass auch die Redaktion sich nicht ganz sicher gewesen sei, wie es um die Schuppen des Aals bestellt sei.


„Ist diese Geschichte wahr – oder habe ich sie frei erfunden?“

Auflösung:

Ein Scherz – und zwar einer mit Tradition. Richtig ist: Der Aal gilt im jüdischen Speisegesetz tatsächlich nicht als koscher, weil er keine Schuppen hat.

Das ist aber Quatsch – und zwar gleich doppelt.

  1. Zum Artikel: Sollte es einen Zeitungsbericht gegeben haben, würde er sich als ein Aprilscherz entpuppen. Weder der Gastwirt noch die Geschichte waren echt.
  2. Zur Biologie: Aale haben natürlich Schuppen – winzig kleine, parkettartig nebeneinander angeordnete Schuppen, die im Hautgewebe eingebettet sind. Anders als bei den meisten Fischen liegen sie aber nicht dachziegelartig übereinander, sondern bilden ein Muster wie beim Holzparkett. Deshalb lassen sich Aale nicht schuppen, sondern nur häuten. Die verbreitete Annahme vom „schuppenlosen Aal“ hält sich dennoch hartnäckig.

Fazit:

Der Aal ist zwar aufgrund der speziellen Auslegung jüdischer Speisegesetze tatsächlich nicht koscher, aber nicht, weil er keine Schuppen hat. Sondern weil seine winzigen Schuppen den traditionellen Kriterien für „koscher“ nicht genügen.

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