Der Fall 7: Der Aal im Erbsenfeld – Mythos vs. Faktum?

In einem alten Bauerndorf nahe eines Flusses wurde seit Generationen eine merkwürdige Beobachtung weitererzählt:
Nach warmen Regentagen fand man auf den Feldern nicht nur Wildschweinspuren, sondern an einem kleinem Stück auch glitschige Schlängellinien. Die Spuren verliefen quer durch die Reihen von Bohnen und Erbsen. Manchmal lagen tote Aale zwischen den Pflanzen.

Die Dorfbewohner waren damals sich sicher: Die Aale hätten sich bei Nacht aus den Gräben auf die Felder geschlichen, angelockt von den grünen Erbsen. Manche schworen sogar, die Tiere beim „Fressen“ beobachtet zu haben. So entstand der Glaube, man könne Aale mit Erbsen an der Angel fangen – ähnlich wie Mäuse mit Käse.

Die Geschichte hielt sich hartnäckig, besonders an Abenden, wenn der Mond die feuchten Felder hell erleuchtete. Insbesondere also bei Vollmond. Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein kursierten Berichte von Anglern, die es mit Gemüse als Köder versucht haben wollen – angeblich mit verblüffendem Erfolg.


„Ist diese Geschichte wahr – oder habe ich sie frei erfunden?“

✅ Auflösung:

  • Wahr ist: Aale können bei Regen und feuchtem Boden durchaus über Wiesen und Felder wandern. Ihr eigentliches Ziel sind jedoch manchmal Schnecken/Wasserschnecken, die massenhaft auf solchem Untergrund am Ufer vorkommen. Insbesondere auch immer bei Überschwemmungsflächen.
  • Humbug ist: Aale haben kein Interesse an Erbsen. Die wenigen dokumentierten Funde von Bohnen, Mais oder Erbsen im Aal-Magen sind auf besondere Umstände zurückzuführen – vor allem illegale Köderexperimente in nährstoffarmen Forellenbächen.
  • Zusatz: Tote Aale auf Feldern hatten meist andere Ursachen: Fortpflanzungstrieb, Sauerstoffmangel im Gewässer, Einleitung gefährlicher Stoffe oder Prädatoren wie Fischreiher oder Kormorane, die sich an zu großen Aalen vergriffen haben und diese wieder verloren haben. Ein weiterer Versuch zur Erklärung dieser Vorkommnisse sind Fischdiebe, die ihre Aal-Beute bei der Flucht verloren haben oder bewusst weggeworfen haben, um sich bei einer Ergreifung die entsprechenden Beweismittel zu endledigen.     

➤ Fazit: Die Spuren in einem Erbsenfeld und tote Aale auf Wiesen sind zumindest im Einzelfall theoretisch korrekt – doch das Bild vom Gemüse fressenden Aal bleibt eine Dorflegende.Teilweise wahr, aber der große Rest ist Humbug.


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