Krankheiten

Aal-Herpes

Der sogenannte Aal-Herpes ist eine Viruskrankheit, die beim Europäischen Aal (Anguilla anguilla) zunehmend an Bedeutung gewinnt. Verursacht wird sie durch das Aal-Herpes-Virus, meist als Anguillid Herpesvirus 1 (AngHV-1) bezeichnet. Daneben existieren weitere nahe verwandte Viren wie HVA, EVE oder EVEX. Besonders betroffen sind junge Aale sowie Tiere, die bereits durch Parasiten, Umweltbelastungen oder Stress geschwächt sind. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich, für den Aalbestand jedoch problematisch.

Das Virus befällt unter anderem das Nervensystem der Aale. Erkrankte Tiere zeigen oft ein auffälliges Verhalten: Sie wirken apathisch, verlieren ihre normale Schwimmkontrolle oder treiben teilnahmslos im Wasser. Typisch sind zudem blasse, stark verschleimte Kiemen, teils mit Blutungen, sowie Rötungen im Kopf- und Kiemenbereich. Appetitlosigkeit und schnelle Erschöpfung sind häufige Begleiterscheinungen. Unter ungünstigen Bedingungen kann die Krankheit zu hohen Sterblichkeitsraten führen – in Aquakulturen wurden Verluste von bis zu 60 % beobachtet.

Als Auslöser für den Krankheitsausbruch gelten vor allem Stressfaktoren: hohe Besatzdichten, Transport, schlechte Wasserqualität oder Temperaturschwankungen. In freier Wildbahn kann Aal-Herpes die Schwimm- und Wanderleistung beeinträchtigen und somit indirekt den ohnehin gestörten Laichzug der Aale verschlechtern. Das Virus wurde sowohl in Zuchtanlagen als auch in Wildpopulationen, unter anderem in Deutschland, nachgewiesen.

Angesichts des stark bedrohten Zustands des Europäischen Aals wird Aal-Herpes heute nicht mehr nur als Zuchtproblem gesehen, sondern als relevanter Faktor im Artenschutz. Besonders kritisch ist die Kombination mit anderen Belastungen wie dem Schwimmblasenwurm Anguillicola crassus oder schlechter Gewässerqualität.

Gegenmaßnahmen & aktuelle Forschung

Gegenmaßnahmen:

  • Stressvermeidung bei Besatz, Transport und Haltung
  • Verbesserung der Wasserqualität
  • Hygienemaßnahmen in Aquakulturen
  • Untersuchung verendeter Aale durch Fachdienste

Forschung:

  • Entwicklung von Impfstoffen gegen AngHV-1
  • Studien zur Wechselwirkung mit Parasiten
  • Untersuchung der Rolle des Virus beim Rückgang des Aalbestands

Blumenkohlkrankheit

Die Blumenkohlkrankheit ist eine Tumorerkrankung des Aals. Sie wird vermutlich durch starke Gewässerschmutzung ausgelöst und ist an blumenkohlartigen blassrosafarbenen Geschwüren überwiegend im Maulbereich von Aalen leicht zu Erkennen. Obwohl diese Geschwüre nicht bösartig sind, können sie einen Aal töten. Denn ohne Behandlung wachsen diese Geschwüre solange, bis der Aal keine Nahrung mehr aufnehmen kann und letztlich verhungert. Am häufigsten kommt diese Krankheit bei Steigaalen (bis 20 cm) und in Flussmündungen vor. In der Elbe waren zeitweise bis zu 5 % der Aale erkrankt.

Mögliche Maßnahmen:

  • Aufrechterhaltung und weitere Verbesserung der biologischen Wasserqualität

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