Mordlust als Motiv der Nachtangelei auf Aal?

Tiefenpsychologie oder schlicht Angelleidenschaft?

Tiefenpsychologen vermuten mitunter eine gewisse Mordlust als Motivation der Fischerei mit der Angel. Schließlich könne man viel einfacher – und wahrscheinlich auch noch sicherer, schneller und billiger – in jedem Supermarkt seinen Fisch kaufen.

Warum also diese Angelei?

Solch ein Quatsch wird schon allein dadurch widerlegt, dass es auch Casting-Angeln gibt oder – auch wenn es in der Regel ohnehin verboten ist – Catch & Release betrieben wird. In solchen Fällen werden keine Fische getötet, sondern es wird entweder ganz ohne Fang gefischt oder die Fische werden wieder zurückgesetzt, wenn man sie nicht verwerten will oder kann.

Der alte Jagd- und Sammelinstinkt

Die Motivation liegt wohl eher in einem jahrtausendealten Jagd- und Überlebensinstinkt. Für die Jäger- und Sammlerkulturen der Urzeit waren Fischfang und Jagd überlebenswichtig. Diese Prägung hat sich im Laufe der Evolution bis heute weitervererbt.

Damals waren es vor allem die Männer, die für die Versorgung der Familienverbände zuständig waren und von der Natur mit Größe und Muskelkraft entsprechend ausgestattet wurden. Daran hat sich heute zwar einiges geändert, doch die Instinkte sind bei vielen Männern geblieben.

Vielleicht erklärt das auch, warum es noch immer überwiegend Männer (98% laut meiner Statistik) sind, die dieser Leidenschaft nachgehen.

Ich persönlich gehe natürlich nicht nur zum Angeln, sondern gehöre auch der Sammlerfraktion an. Besonders in pilzreichen Jahren – wie in den letzten Jahren öfter zu beobachten – scheint dieser Instinkt wieder besonders aktiv zu werden.

Meine Frau hingegen hat keine Lust, durch den Wald zu krabbeln. Sie würde sich wahrscheinlich ohnehin verlaufen, weil ihr der Orientierungssinn fehlt.

Auch das ist übrigens ein Instinkt aus der Jägerzeit der Urgeschichte, der bis heute seine Wirkungen zeigt.

Warum Aalangler nachts ans Wasser gehen

Doch welche evolutionäre Kraft treibt einen Aalangler auch noch mitten in der Nacht ans Wasser?

Die Antwort ist simpel: Adrenalin.

Ohne diesen Extraschub an Kraft und Konzentration, ohne diesen Kick beim Anlanden eines Aals wäre wohl kaum jemand bereit, so oft sein warmes Bett zu verlassen und nachts den Schleichern der Gewässer nachzustellen.

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Ohne das Adrenalin wäre in der Urzeit wohl manche Jagd erfolglos geblieben – und auch heute würde der eine oder andere Aal häufiger verloren gehen.

Erfolgserlebnis statt Mordlust

Und letztlich ist es die Erfolgssucht des Menschen, die ihn antreibt – nicht irgendwelche irrwitzigen Mordgelüste.

Wer einmal einen selbst gefangenen Aal mit Sorgfalt und Hingabe zubereitet hat und von der Familie für dieses besondere Essen bewundert und bedankt wird, der kommt nur selten wieder ganz von dieser Erfolgssucht los.

P.S.: Dies ist auch überwiegend der psychologische Hintergrund einer fotografischen Präsentation eines Erfolges in Foren oder Gruppen bei sozialen Medien. Wenn es mit Respekt, Qualität und der Ethik des Angels übereinstimmt, ist selbstverständlich nichts einzuwenden – im Gegenteil.

Fazit

Angeln – und besonders das nächtliche Aalangeln – ist mit dem Kauf eines Fisches im Supermarkt schlicht nicht vergleichbar.

Ich denke, damit sind die Motive der Aalangler an dieser Stelle ausreichend begründet. Die Psychologen können sich also beruhigt wieder anderen Themen widmen – vielleicht der sadistischen Wurstverkäuferin oder dem blutrünstigen Fleischermeister.

Petri Heil von Aalexperten.de


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