Der Fall 5: Aale galten als Mitgift – Mythos vs. Faktum?

Die meisten Aalexperten und -freunde verbinden Aale mit Fischfang oder Küche – aber mit einer Hochzeit?
Tatsächlich spielte der Aal Anfang des 14. Jahrhunderts in einer Kleinstadt und Gemeinde (Civil parish) in einer englischen Grafschaft Norfolk eine ganz besondere Rolle:

Bei der Eheschließung einer jungen Frau mit dem Namen Matilda erhielt zur Brautausstattung fast 70 Aale von den örtlichen Fischerfamilien – und zwar jedes Jahr aufs Neue.

Doch wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Mitgift?
Die Erklärung liegt im feudalen Abgabesystem: Die Familie des Grafen erhielt zur Nutzung der Gewässer des Flusses Loddon insgesamt 200 Aale jährlich von den Fischern als Pacht. Ein Drittel davon wurde anlässlich der Hochzeit an die Neuvermählten weitergegeben – rechnerisch immerhin ein bis zwei Aale pro Woche im Jahr.

Lecker – wenn man die mittelalterliche Küche Englands einmal außen vorlässt. Und wer wollte da noch sagen, man könne nicht von Aalen leben?

Hier ein passend ein englisches Rezept: Eel-Pie


„Ist diese Geschichte wahr – oder habe ich sie frei erfunden?“

Auflösung: Wahrheit!
Die Geschichte ist belegt: Aale dienten im Mittelalter in England nicht nur als Abgabe und Pachtzins, sondern konnten auch Teil einer Mitgift werden. Im Fall von Matilda und ihrer Eheschließung entsprach das rund 70 Aalen jährlich.

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