Durch den skrupellosen Ausbau der Fließgewässer wurden und werden viele naturnahe Lebensräume zugunsten der Transportwirtschaft zerstört. Flüsse heißen dann auch nicht mehr Flüsse sondern werden nur noch als Verkehrswege bezeichnet. Es sei denn, man möchte Touristen anlocken. Dann werden plötzlich Ausdrücke wie „Blaues Band“ oder „Auenlandschaft“ für ein und dasselbe Gewässer bemüht.

Durch den Bau von Buhnen werden die Wassermassen in das Zentrum eines Flusses abgedrängt und es kommt zum leichten Ansteigen des Pegels. Gleichzeitig verschärft sich die Fließgeschwindigkeit aber erheblich. Dadurch treten Erosionen am Gewässergrund auf und die Sedimente werden von der starken Strömung mitgerissen. Der Fluss beginnt sich quasi selbst einzugraben und damit auch zu vertiefen. Es kommt zur Verlandung bzw. Trockenlegung Artenreicher Uferregionen und Auen.
Mit steigender Fließgeschwindigkeit erhöht sich auch die Überschwemmungsgefahr, wenn es an bestimmten Abschnitten zu Engpässen wegen geringerer Abfluss- oder Ausweichmöglichkeiten kommt. Dies ist in der Regeln innerhalb von Städten und bei naturnah mäandrierenden Flussabschnitten der Fall.
Durch das abtragen des Sediments werden die Gewässer Strukturlos und lassen keine Möglichkeiten für die Ansiedlung von Pflanzen und Tieren im Strömungsbereich. Die meisten sind gezwungen sich auf die entstehenden Stillwasserbereiche in den Buhnenfeldern zurückzuziehen soweit hier nicht ebenfalls eine starke Strömung (Rückströmung) vorherrscht. Stellenweise verschwinden Ruhezonen für Fische vollständig.
Wanderfische müssen sich zur Wanderung jedoch in die scharfe Strömung begeben. Lachse mögen vielleicht kräftig genug sein, dass zumindest theoretisch einem Teil der Aufstiegt bis zu möglichen renaturierten Laichgründen gelingen könnte.
Für kleine aufsteigende Glasaale sieht es erheblich schlechter aus. Würde nicht auch hier, in den natürlichen Einzugsgewässern, unterstützend eingegriffen, gäbe es in weiten Teilen der großen Ströme keine Aale mehr.
Ein weiteres Problem dieser Gewässerregulierung ist das verlanden der Flussmündungen. Hier verringert sich durch die Verbreiterung zum Meer hin schlagartig die Fließgeschwindigkeit. Dadurch sinken die zuvor aus dem Binnenland mitgerissenen Sedimente zum Grund und es kommt zur Bildung von Untiefen, die für die Schiffart und das Gewässer gefährlich werden können.
Mögliche Maßnahmen:
- Ausbaustop für bereits verbaute Flüsse
- Ausbauverbot für die letzten noch vorhandenen naturnahen Flüsse
- Renaturierung bereits ausgebauter Flüsse
- Gewässermaut nach Transportgewicht, Energieverbrauch, CO2 – Ausstoß u.ä.
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