Störung des Magnetfeldes der Erde

Eine unterschätzte Gefahr für wandernde Aale

Der Europäische Aal ist bei seinen weiten Wanderungen auf stabile Umweltreize angewiesen. Eine besondere Rolle spielt dabei das natürliche Magnetfeld der Erde. Genau dieses wird jedoch zunehmend durch technische Eingriffe verändert. Unterseekabel, Offshore-Windparks und Hochspannungsleitungen erzeugen künstliche elektromagnetische Felder, die das natürliche Magnetfeld lokal überlagern oder verzerren.

Für wandernde Aale kann das problematisch werden. Treffen sie auf solche Störfelder, besteht die Gefahr einer Fehlorientierung, erhöhter Energiekosten oder eines Abbruchs der Wanderung. Besonders kritisch ist dies während der Laichwanderung, bei der es auf präzise Orientierung über große Distanzen ankommt. Anders als sichtbare Hindernisse wirken magnetische Störungen unsichtbar – und damit unbemerkt, bis sich ihre Folgen im Bestand zeigen.

Bislang fehlen belastbare Langzeitstudien, die eindeutig belegen, wie stark diese Effekte tatsächlich sind. Gerade darin liegt das Risiko: Wenn negative Auswirkungen erst spät erkannt werden, könnten sie kaum noch rückgängig zu machen sein. Angesichts des ohnehin stark geschwächten Aalbestands wird die Störung des Magnetfeldes zunehmend als potenzieller zusätzlicher Stressfaktor gesehen, dessen Bedeutung bislang möglicherweise unterschätzt wird.

Mögliche Gegenmaßnahmen & Forschung

Mögliche Maßnahmen:

  • Abschirmung von Unterseekabeln gegen elektromagnetische Felder
  • Größere Abstände zwischen Offshore-Anlagen
  • Bündelung von Kabeltrassen statt vieler Einzelverbindungen

Forschung & offener Bedarf:

  • Untersuchungen zur Wirkung künstlicher Magnetfelder auf wandernde Aale
  • Langzeitstudien entlang bekannter Wanderrouten
  • Kombinationseffekte mit anderen Belastungen (Parasiten, Schadstoffe, Stress)

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