Woher kommt der Aal aus Sicht der Evolution?

Aus der Urzeit bis zur heutigen Neuzeit

Der Aal gehört zu den faszinierendsten Fischen unserer Gewässer – nicht nur wegen seiner geheimnisvollen Lebensweise, sondern auch wegen seiner ungewöhnlichen Abstammung. Wer den Europäischen Aal (Anguilla anguilla) genauer betrachtet, blickt in eine erstaunlich alte Evolutionslinie, die bis in die frühen Kapitel der Wirbeltiergeschichte zurückreicht.

Um zu verstehen, wo der Aal in der Natur „hingehört“, lohnt sich ein Blick auf seine wissenschaftliche Systematik. Die folgende Übersicht zeigt, wie sich der Aal in die große Ordnung des Lebens einfügt – von den einfachsten zellkernhaltigen Lebewesen bis zur spezialisierten Art, die unsere Flüsse und Küsten besiedelt.

Woher kommt der Europäischer Aal – aus Sicht der Evolution auf der Erde?

Aale existieren seit mindestens 83 Millionen Jahre auf der Erde. Und somit schon zur Urzeit von Tyrannosaurus Rex, Triceratops (Pflanzenfresser) und Velociraptor (der mit den Sichelkrallen).

Auf der Tabelle zeigt die Herkunft der Aale aus der Urzeit bis Heute.

Evolution und Systematik des Europäischen Aals

Rang / Name Kurzbeschreibung
Eukaryota Lebewesen mit Zellkern – umfasst Tiere, Pflanzen, Pilze und Protisten.
Animalia Vielzellige, heterotrophe Lebewesen – „das Tierreich“.
Chordata Tiere mit Chorda dorsalis (Rückensaite), dorsalem Nervensystem und Kiemendarm.
Vertebrata Chordatiere mit echter Wirbelsäule und Schädel – Wirbeltiere.
Actinopterygii Strahlenflosser; größte Klasse der Fische, Flossen durch Knochenstrahlen gestützt.
Teleostei Echte Knochenfische; hochentwickelte Gruppe mit beweglicher Kiefermechanik.
Elopomorpha Stammeslinie der Knochenfische mit Leptocephalus-Larven; umfasst Tarpons, Knochensalmler und Aale.
Anguilliformes Aalartige; schlanke, schlangenförmige Fische mit reduzierten oder fehlenden Schuppen.
Anguillidae Echte Süßwasseraale; wandern zwischen Süß- und Salzwasser, katadromer Lebenszyklus.
Anguilla Gattung der Süßwasseraale; 19 Arten weltweit (anerkannt), laichen im offenen Ozean.
Anguilla anguilla Europäischer Aal; katadromer Wanderfisch, vom Aussterben bedroht, Laichgebiet Sargassosee.

Fazit aus Sicht des zweiten Thema dieser Webseite „Aalschutz“.

Ohne das Eine (Aalschutz) gibt es irgendwann auch nicht mehr das Andere (Aalangeln)!

Die Einordnung des Europäischen Aals zeigt mehr als nur wissenschaftliche Systematik – sie erzählt von einer uralten Lebenslinie, die seit über hundert Millionen Jahren die Ozeane und Flüsse dieser Erde durchzieht.
Der Aal hat Eiszeiten überstanden, Kontinente wandern sehen und sich an unzählige Veränderungen angepasst. Doch ausgerechnet jetzt, in der kurzen Spanne menschlicher Geschichte, steht er an einem Punkt, den er noch nie erlebt hat: dem möglichen Ende seiner Art.

Was über Jahrmillionen bestand, droht durch unser Handeln in wenigen Generationen zu verschwinden – still, fast unbemerkt, während er weiter seine uralten Wege geht.
Vielleicht liegt gerade darin seine größte Tragik: dass ein Lebewesen, das die Welt in ihrer ursprünglichen Form kannte, nun von ihr verdrängt wird.

Wer einem Aal begegnet – ob beim Angeln, am Fluss oder im Gedanken – begegnet also nicht nur einem Fisch.
Er begegnet einem Überlebenden aus der Tiefe der Zeit. Und die Frage, ob er bleiben darf, liegt allein in unseren Händen.

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