Das Steigaalstadium (Elver / Civelle)

Der Aufstieg vom Meer ins Süßwasser: Die „zweite Geburt“ der Aale

Kaum eine Lebensphase des Europäischen Aals ist so kurz und zugleich so entscheidend wie das Steigaalstadium. In nur wenigen Wochen verwandeln sich die durchsichtigen Glasaale in kleine, pigmentierte Jungfische, die erstmals aktiv in Flüsse einwandern. Es ist ein Übergang von der Weite des Meeres zum engen, unvorhersehbaren Süßwasser – ein Moment, in dem über das ganze weitere Leben des Aals entschieden wird: über Wachstum, Geschlecht, Lebensdauer und Rückkehr. Wer verstehen will, wie es um unsere Aalbestände steht, muss diesen Abschnitt genauer betrachten – denn hier beginnt das eigentliche Abenteuer des Lebens im Binnenland.

Geschichtliches

Kaum ein Lebensabschnitt des Aals ist so kurz und doch so greifbar wie das Steigaalstadium – jene wenigen Wochen, in denen aus durchsichtigen Glasaalen kleine, dunkler werdende Jungtiere werden, die sich ihren Platz im Süßwasser suchen.

Schon im Mittelalter hatten diese winzigen Wanderer eine Bedeutung, die weit über die Naturbeobachtung hinausging. In alten Marktordnungen aus Hamburg, Altona, Stade oder entlang der Elbe findet sich der Begriff „Aalstiege“ – ein Bündel kleiner Aale, meist zwanzig bis dreißig Stück, die in Weidenkörben oder nassen Tüchern gehandelt wurden. Händler, Fischer und Feudalherren wussten um ihren Wert: Steigaale waren transportfähig, frisch zu halten und galten als „junger Vorrat“ für Klöster, Burgen und Gutshöfe.

Noch früher, im Feudalismus, dienten Aale sogar als Naturalsteuer oder Ersatzwährung. In englischen und norddeutschen Urkunden des 12. bis 15. Jahrhunderts finden sich Einträge wie „zweitausend Aale jährlich“ oder „dreihundert Aale monatlich“ als Pachtzins – kaum ein Hinweis auf kapitale Blankaale, sondern auf handliche, in Bündeln gezählte Jungtiere. Diese Abgaben wurden oft an Klöster oder Grundherren geliefert, getrocknet oder eingesalzen und bildeten einen Teil der ländlichen Wirtschaftsordnung. So wurde der Steigaal zu einem Gut, das in Naturalverkehr, Handel und sogar in frühen Fischzuchtformen eine greifbare Rolle spielte.

Nicht zuletzt spiegelte sich sein ökonomischer Wert auch in regionalen Bräuchen wider: In manchen Gegenden wurde der „Aalzehnt“ entrichtet, andernorts zählte man Aale wie Münzen oder Zinsabgaben – der Aal als bewegliche Währung des Wassers. So stand der kleine Steigaal bereits vor Jahrhunderten an einer Schnittstelle zwischen Natur, Handel und Herrschaft, ein Sinnbild dafür, wie eng Mensch und Aal von jeher miteinander verflochten sind.

Innere Veränderungen – vom Meeres- zum Süßwasserbewohner

Mit dem Eintritt in die Flussmündungen beginnt für die jungen Aale eine tiefgreifende physiologische Umstellung. Ihr Organismus passt sich dem abnehmenden Salzgehalt an – ein Prozess, den Biologen als Osmoregulation bezeichnen. Die Salzdrüsen in der Haut und an den Kiemen drosseln ihre Tätigkeit, während die Nieren beginnen, überschüssiges Wasser auszuscheiden. Auch der Hormonhaushalt verändert sich: Das Wachstumshormon steigt an, Cortisol – ein Stress- und Salzregulationshormon – sinkt. Diese Umstellung ist überlebenswichtig, denn ohne sie würde der junge Aal im Süßwasser dehydrieren oder seine Ionenkonzentration nicht halten können.

Parallel dazu beginnt ein unsichtbarer, aber entscheidender Prozess – die Vorbereitung der Geschlechtsentwicklung. Noch sind die kleinen Aale geschlechtsneutral, ihre Keimzellen unreif. Doch schon jetzt reagiert ihr Körper empfindlich auf äußere Einflüsse wie Dichte, Temperatur und Nahrungsverfügbarkeit.

  • In dicht besiedelten, nahrungsreichen Zonen entwickeln sich später häufiger Männchen,
  • in weitläufigen, ruhigen und nährstoffarmen Gebieten dagegen Weibchen.

Diese biologische „Weichenstellung“ verläuft über Wochen – und sie ist endgültig. Der Steigaal ist damit der biologische Wendepunkt zwischen Meer und Binnenland, zwischen Kindheit und Jugend des Aals.

Merkmal Beschreibung
Länge Etwa 6–12 cm, vereinzelt bis 15 cm. Wachstum gegenüber dem Glasaal deutlich beschleunigt.
Färbung Beginn der Pigmentierung; der Körper wird grau bis olivbraun, der Bauch heller. Augen noch relativ groß und dunkel.
Körperform Schlank, aaltypisch gestreckt; Muskulatur nimmt zu, Haut verdickt sich leicht.
Haut & Schleim Verstärkte Schleimbildung schützt vor Austrocknung und Parasiten; Haut wird stärker durchblutet und dient zunehmend der Atmung.
Atmung Neben der Kiemenatmung gewinnt die Hautatmung an Bedeutung, was das Überleben in flachen, sauerstoffarmen Gewässern erleichtert.
Verhalten Lichtscheu, sucht Deckung unter Steinen, Pflanzen oder im Sediment; beginnt erste Revierbewegungen im Uferbereich.
Ernährung Übergang von passiver Nahrungsaufnahme zu aktivem Fressen kleiner Wirbelloser, Insektenlarven und organischer Partikel.
Dauer des Stadiums Etwa 30–45 Tage; Übergangsphase zwischen Glasaal und Gelbaal.
Lebensraum Brackwasserzonen, Flussmündungen, Unterläufe kleiner Bäche; bevorzugt ruhige, strukturreiche Uferbereiche.

Beginn der Einwanderung in die Flüsse – das neue Verhalten

Sobald sich die Glasaale verfärben und zu Steigaalen werden, verändert sich auch ihr Verhalten. Sie folgen nicht länger passiv der Strömung, sondern beginnen gezielt, flussaufwärts zu wandern. Dabei zeigen sie kein Schwarmverhalten wie Heringe oder Sardinen – jeder Steigaal zieht für sich allein. Die Orientierung erfolgt über feinste Geruchssignale: organische Substanzen aus Pflanzen, Boden oder anderen Fischen, die sie in extrem niedrigen Konzentrationen wahrnehmen können. Dieses Geruchslenkverhalten führt sie in jene Flüsse, die für sie am geeignetsten erscheinen – ein erstaunlicher, bis heute nicht vollständig erklärter Sinn.

Manche Steigaale bleiben im Brackwasser, andere wagen den Aufstieg weit ins Süßwasser. Diese Entscheidung wirkt fast wie eine biologische Wahl zwischen zwei Lebenswegen. Wer bleibt, wächst schnell, bleibt klein und wird oft männlich. Wer aufsteigt, wächst langsamer, wird groß und meist weiblich. So entscheidet sich schon an der Mündung, wie die künftige Population eines Flusssystems zusammengesetzt sein wird.

Natürliche Verteilung oder menschengemachte Verzerrung?

Wann entscheidet sich das Geschlecht beim Aal?

Die Geschlechtsdifferenzierung beginnt nicht im Glasaalstadium, sondern später – im Steigaalstadium. Bis etwa 20–25 cm Länge sind die Tiere geschlechtsneutral. Erst wenn sie einige Zeit in einem bestimmten Lebensraum verweilen, reagieren sie auf Umweltreize, die dann die Entwicklung zu Männchen oder Weibchen anstoßen.

Was beeinflusst die Entwicklung?

  • Populationsdichte: Bei hoher Dichte entstehen überwiegend Männchen.
  • Nahrungsangebot und Platz: Weite, nährstoffarme Habitate fördern Weibchenbildung.
  • Chemische Signale: Stoffwechselprodukte erwachsener Aale wirken hormonähnlich und beeinflussen die Keimentwicklung der Jungtiere.

Ist der Prozess einmal abgeschlossen, lässt er sich nicht mehr rückgängig machen. Ein männlicher Aal bleibt männlich – egal, wohin er später wandert.

Der Einfluss des Menschen

Durch jahrzehntelange Besatzmaßnahmen hat der Mensch dieses Gleichgewicht massiv verändert. In vielen Projekten werden tausende Glasaale oder vorgezogene Steigaale in Teiche, Seen oder Flüsse eingesetzt. Dabei ist die Dichte meist unnatürlich hoch – mit der Folge, dass sich überwiegend Männchen entwickeln.
Viele Gewässer sind dadurch im Laufe der Zeit „vermaskulinisiert“ worden, was die Zahl großer, laichfähiger Weibchen drastisch verringert. Hinzu kommt, dass die meisten Besatztiere ihr neues Gewässer nicht selbst gewählt haben. Der natürliche Selektionsfilter – die selbstständige Einwanderung über das Geruchssystem – entfällt.

Gibt es überhaupt noch natürliche Verteilungen?

Wahrscheinlich kaum.
Kein Flusssystem Mitteleuropas ist mehr frei von anthropogener Beeinflussung: Verbauungen, Ausbaggerungen, Wasserqualität, Klimawandel und eben der Besatz selbst. Das „natürliche“ Verhältnis von männlichen und weiblichen Aalen existiert nur noch in der Theorie – oder allenfalls an wenigen, kaum beeinflussten Küstengewässern Westeuropas.

Der mühsame Aufstieg – Hindernisse und Gefahren auf dem Weg

Der Name „Steigaal“ beschreibt treffend, was diese Tiere nun leisten müssen: Sie steigen auf. Während die Glasaale zuvor vom Strom der Gezeiten getragen wurden, müssen Steigaale nun selbst aktiv flussaufwärts schwimmen oder kriechen. Ihr Ziel sind ruhige Uferzonen, kleine Nebenarme oder überflutete Wiesen – alles Orte, die Schutz und Nahrung bieten. Doch der Weg dorthin ist heute voller Hindernisse.

Glasaale und Steigaale beim Aufstieg

Bereits im Brackwasserbereich stoßen sie auf erste Wehre, Schleusen und Spundwände, die einst für Schifffahrt und Hochwasserschutz gebaut wurden. Früher natürliche Übergänge sind zu steilen Barrieren geworden. An alten Standorten – etwa der historischen Aalbrutfangstation Herbrum an der Ems – versuchte man, Steigaale abzufangen und oberhalb der Wehre wieder einzusetzen. Das half kurzfristig, verfälschte aber auf Dauer die genetische Vielfalt, da Aale aus verschiedenen Herkunftsregionen vermischt wurden.

Nur wenige natürliche Routen sind heute noch durchgängig. Junge Steigaale können zwar an nassen Uferzonen oder Steinen emporkriechen, doch größere oder mehrfache Hindernisse bleiben unüberwindbar. Jeder unpassierbare Abschnitt bedeutet: ein verlorenes Habitat – und ein weiterer Schritt zur Fragmentierung des Aalbestandes.

Lösungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit

Um die Wanderung der Steigaale zu erleichtern, entstanden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche technische und ökologische Konzepte.
Fischtreppen sind die bekannteste Lösung: Sie leiten das Wasser über kleine Becken oder Stufen um ein Wehr herum. Doch viele Anlagen sind zu stark auf große Fischarten wie Lachs oder Forelle ausgelegt. Für winzige, lichtscheue Steigaale sind sie oft zu hell, zu turbulent oder schlicht unzugänglich.

Alternative Ansätze sind Umgehungsbäche oder Bypässe, die den natürlichen Flussverlauf imitieren. Hier finden Aale oft bessere Bedingungen, da sie dem natürlichen Geruch und der Strömung folgen können. Manche Projekte – etwa an der Unterelbe oder der Eider – haben gezeigt, dass Steigaale solche Umgehungen tatsächlich nutzen.

Eine andere Strategie ist der Besatz oberhalb von Barrieren, bei dem abgefangene Glasaale in geeignete Abschnitte umgesetzt werden. Doch auch hier gilt: künstlich transportierte Tiere verlieren den Kontakt zu ihrer natürlichen Route – und damit einen Teil ihrer „biologischen Prägung“.
Langfristig versprechen daher nur Renaturierungen und der Rückbau harter Querverbauungen echten Erfolg. Wo Flüsse wieder atmen dürfen, finden auch Aale ihren Weg zurück.

Einfluss der Umweltbedingungen und der Prädation

Die Dauer des Steigaalstadiums hängt stark von den Umweltbedingungen ab. Bei kühlem Wasser und niedrigem Pegel kann der Aufstieg bis zu 45 Tage dauern, bei mildem Wetter manchmal nur eine Woche. Auch die Mondphasen spielen eine Rolle: Viele Wanderungen erfolgen zwischen Neumond und Vollmond, wenn der Tidenhub besonders stark ist und das Wasser leicht trüb – ideale Tarnung vor Fressfeinden.

Doch diese Empfindlichkeit macht die Steigaale zugleich verwundbar. Schon geringe Mengen Öl, Dünger oder Abwasser können sie abstoßen oder töten. Seit Beginn der Industrialisierung haben sich die Mündungsbereiche vieler Flüsse dramatisch verändert: Vertiefte Fahrrinnen, beschleunigte Strömungen, Sedimentverlust. Gerade in der Nordsee treffen viele Glasaale den Brackwasserbereich gar nicht mehr – sie werden bei Ebbe wieder ins Meer zurückgespült, unfähig, den Aufstieg zu beginnen.

Kormoran mit Aal

Zu den natürlichen Feinden gehören Kormorane, Reiher, Barsche, Zander und zunehmend auch invasive Arten wie Grundeln. Aber auch der Mensch wirkt indirekt als Prädator: Pumpwerke, Schleusen oder Reusenfänge töten unzählige Jungtiere, bevor sie überhaupt das Gelbaalstadium erreichen. In dieser empfindlichen Lebensphase kann jede Störung das Gleichgewicht eines gesamten Jahrgangs zerstören.

Bedeutung und Beobachtungen aus Praxis und Fischerei

Für Fischer und Angler ist das Steigaalstadium entscheidend, auch wenn es kaum jemand zu Gesicht bekommt. Die Zahl der Steigaale bestimmt, wie viele Gelbaale später in einem Gewässer leben – und wie viele Blankaale eines Tages zurückkehren. Ein Fluss mit regelmäßigem Steigaalaufstieg ist also ein Garant für künftige Aalbestände.

In der Praxis wird dieses natürliche Phänomen heute oft künstlich nachgeahmt: Durch den Besatz junger, pigmentierter Aale versucht man, den natürlichen Aufstieg zu ersetzen. Doch künstlich eingesetzte Tiere zeigen meist ein anderes Verhalten. Sie haben keinen natürlichen Auswahlprozess durchlaufen, reagieren anders auf Strömung, Temperatur und Nahrung. Manche wandern zu früh ab, andere bleiben passiv. Auch die genetische Vielfalt leidet, wenn Aale aus immer denselben Zucht- oder Fanggebieten stammen.

Wer in den 1960er- oder 1970er-Jahren an Ems, Weser oder Elbe lebte, erinnert sich vielleicht an ein eindrucksvolles Schauspiel: In mondhellen Aprilnächten, bei kaum acht Grad Wassertemperatur, wimmelten die Ufer vor fingerlangen Aalen. Fischer schöpften sie mit Kellen, Kinder sammelten sie in Eimern – eine kleine, lebendige Flut aus wandernden Jungtieren. Heute ist dieses Naturschauspiel nahezu verschwunden. Wo einst Millionen kleiner Körper glitzerten, herrscht stille Dunkelheit.

Sinneswelt und Orientierung der Steigaale

Der Geruchssinn des Aals gehört zu den feinsten im Tierreich. Schon winzige Unterschiede im chemischen Profil eines Flusses genügen, um ihn in die richtige Richtung zu lenken. Die Nasengruben reagieren auf Aminosäuren, Huminstoffe und pflanzliche Zersetzungsprodukte – Gerüche, die für uns kaum wahrnehmbar sind. Manche Forscher vermuten, dass Aale sogar „Wasserfingerabdrücke“ erkennen können, also die individuelle chemische Signatur eines Flusses.

Auch Temperatur, Licht und Strömung werden genau wahrgenommen. Steigaale ziehen bevorzugt in dunklen Nächten, bei leicht trübem Wasser und moderater Strömung. Tagsüber verstecken sie sich im Schlamm oder zwischen Steinen. Licht – ob Mond, Hafenbeleuchtung oder Schiffsscheinwerfer – beeinflusst ihr Verhalten stark. Wo künstliche Beleuchtung die Nacht aufhellt, kann die Wanderung stocken oder ganz abbrechen.

So ist der Aufstieg der Steigaale ein sensibles Zusammenspiel aus natürlichen Rhythmen, chemischen Reizen und unbewussten Entscheidungen – ein biologischer Tanz zwischen Meer, Mond und Fluss.

Ökologische Rolle – der Steigaal als Indikator und Energieträger

Der Steigaal ist mehr als ein junges Fischstadium – er ist ein ökologischer Indikator. Seine Anwesenheit zeigt, dass ein Fluss noch mit dem Meer verbunden ist, dass Durchgängigkeit und Wasserqualität zumindest teilweise erhalten geblieben sind. Wo keine Steigaale mehr erscheinen, ist das System unterbrochen.

Zudem sind Steigaale ein wichtiger Bestandteil des Energie- und Nährstoffkreislaufs. Sie fressen Kleintiere, Insektenlarven und Detritus – und werden selbst zur Nahrung für zahlreiche Räuber. Mit jedem Aufstieg transportieren sie marinen Kohlenstoff und Nährstoffe tief ins Binnenland – ein unsichtbarer Energiefluss vom Ozean in unsere Bäche. Ihr Verschwinden bedeutet also nicht nur den Verlust einer Art, sondern eine Störung ganzer ökologischer Kreisläufe.

Fazit und Ausblick – Vom Wanderer zum Sesshaften

Das Steigaalstadium ist ein kurzer, aber entscheidender Abschnitt im Leben des Europäischen Aals. In wenigen Wochen entscheidet sich, wer überlebt, wohin er zieht, welches Geschlecht er entwickelt und ob er die Chance bekommt, eines Tages als Blankaal zurückzukehren. Der Mensch hat diese fragile Balance durch Eingriffe, Besatz und Gewässerverbauung nachhaltig verändert – und damit auch die Zukunft dieser Art.

Ein Glasaal am Beginn seiner langen Reise. Die Chance, dass er nach dieser bis zu 20 Jahre andauernden gefährlichen Wanderung an dieser Stelle wieder vorbeikommt ist verschwindend gering. Seine Überlebenschance liegt bei weniger als 1%….
Viel Glück….!

Doch gerade weil der Steigaal so empfindlich ist, eignet er sich als Maßstab für die Gesundheit unserer Gewässer. Wo Steigaale aufsteigen, lebt der Fluss. Wo sie fehlen, schweigt die Natur.
Der nächste Abschnitt im Leben des Aals – das Gelbaalstadium – wird zeigen, wie aus diesen wandernden Jungtieren sesshafte Bewohner unserer Flüsse werden. Doch das ist eine andere Geschichte – und sie beginnt dort, wo das Meer endgültig hinter ihnen liegt.

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