Das ABC der Misserfolge beim Aalangeln

Die häufigsten Ursachen von A bis Z – Wenn die Aale nicht beißen wollen und der Kescher leer bleibt!

Jeder Aalangler erinnert sich gerne an seine Sternstunden am Wasser. An jene Nächte, in denen der Bissanzeiger plötzlich „Leben“ zeigt, der erste kräftige Zug durch die Rutenspitze geht und wenig später ein stattlicher Aal im Kescher liegt. Solche Erlebnisse erzählt man gerne weiter – oft sogar noch Jahre später. Weniger gern spricht man dagegen über die Abende, an denen trotz bester Erwartungen nichts passiert ist und der Heimweg mit leerem Kescher angetreten werden musste. Welche Gründe gibt es für die Misserfolge beim Aalangeln?

Dabei gehören genau diese Schneidernächte ebenso zum Aalangeln wie die erfolgreichen Ansitze. Sie sind weder ungewöhnlich noch automatisch ein Zeichen mangelnden Könnens. Viel interessanter ist eine andere Frage: Warum blieb der Aal diesmal (schon wieder) aus?

Der größte Fehler beim Aalangeln ist natürlich, gar nicht erst ans Wasser zu gehen/fahren. Nur, weil einige Faktoren, wie z.B. die Vollmondnächte, eher dagegensprechen. Ausnahmen gibt es höchstens bei einer bestehenden Schonzeit, einem Fangverbot oder wenn der einzige „Angelplatz“ tatsächlich der heimische Gartenteich ohne Aalbestand ist. Ein Augenzwinkern sei an dieser Stelle erlaubt. 😉

Gerade als Einsteiger macht jeder Fehler. Das gehört zum Lernen dazu und ist sogar wertvoll.

Entscheidend ist jedoch, ob man die Ursachen erkennt. Denn nur aus erkannten Fehlern lassen sich die richtigen Schlüsse ziehen. Bleibt die eigentliche Ursache verborgen, wiederholt sich derselbe Fehler wahrscheinlich beim nächsten oder übernächsten Ansitz erneut.

Wer einmal mit einem erfahrenen Aalangler unterwegs war, kennt diesen Unterschied. Während Anfänger häufig nur den ausbleibenden Fang sehen, achten erfahrene Angler auf viele kleine Details. Sie beobachten Wasserstand, Temperatur, Wetterentwicklung, Gewässerstruktur, Köderplatzierung und zahlreiche weitere Einflüsse. Der erfahrene Aalangler setzt sich nicht so einfach irgendwo hin ans Wasser. Er überlegt sehr genau und bestimmt – hier lohnt es sich. Nicht jeder davon entscheidet allein über Erfolg oder Misserfolg – ihre Kombination macht den Unterschied.

Genau hier setzt mein Beitrag an.

In Gesprächen am Wasser, in Vereinen oder in sozialen Netzwerken wird nach einer Schneidernacht häufig sofort nach dem einen Schuldigen gesucht. War es nun schon wieder der Vollmond? Der Luftdruck? Das Wetter? Oder doch wiedermal die Kormorane?

Doch wäre das nicht etwas zu einfach gedacht?

Selbst wenn Wetter, Jahreszeit und Mondphase scheinbar perfekt zusammenpassen, bleibt der Aal manchmal trotzdem aus. Umgekehrt gibt es Nächte, in denen nahezu alles gegen einen erfolgreichen Ansitz spricht – und dennoch wird dann doch noch ein schöner Schleicher am Ufer gelandet.

Die Wahrheit liegt meist zwischen diesen beiden Extremen.

Ein Misserfolg hat nur selten eine einzige Ursache. Viel häufiger kommen mehrere kleine, zunächst unscheinbare Faktoren zusammen. Vielleicht war die Wassertemperatur noch zu kalt. Eventuell lag der Köder viel zu weit vom Ufer entfernt. Vielleicht wurde der Angelplatz schon wieder zu oberflächlich ausgewählt oder der entscheidende Biss wegen eines ungeeigneten Bissanzeigers gar nicht bemerkt und der Köder ist weg. Jeder einzelne Punkt mag für sich genommen unbedeutend erscheinen. In ihrer Summe können sie jedoch genau den Unterschied zwischen einer erfolgreichen Aalnacht und einem Schneider ausmachen.

Genau deshalb soll dieser Beitrag bewusst keine Sammlung von Fangtipps sein. Lösungen und bewährte Methoden gibt es bereits in zahlreichen Büchern, Zeitschriften und Internetbeiträgen – manche mehr oder weniger hilfreich. Hier geht es aber um etwas anderes:

Die Suche nach den häufigsten Ursachen eines Misserfolges.

Die folgenden Faktoren sind deshalb auch keine Rangliste. Sie wurden von mir bewusst alphabetisch von A bis Z geordnet. In der Praxis entscheidet nur selten ein einzelner Punkt über Erfolg oder Misserfolg. Viele Faktoren greifen ineinander oder beeinflussen sich zusammen gegenseitig, verstärken oder schwächen ab. Manche lassen sich selbst kaum beeinflussen – etwa Wetter, Wassertemperatur oder eine Anwesenheit einer Kormorankolonie. Andere Einflüsse liegen vollständig in der Hand des Aalanglers.

Vielleicht wirst du auch nach dem Lesen dieses längeren Beitrages nicht bei jedem Ansitz einen Aal fangen. Aber möglicherweise stellst du dir künftig nach einer Schneidernacht andere Fragen als bisher und lernst dazu. Und genau darin liegt der eigentliche Sinn dieses ABC des Misserfolges.

Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und bezieht sich auf natürliche beziehungsweise fachgerecht bewirtschaftete Aalgewässer – nicht auf kommerzielle Besatzanlagen wie „Put & Take“. Sie soll dabei helfen, den eigenen Ansitz kritisch zu hinterfragen.

Hinweis: Fast alle hier aufgelisteten Faktoren von A bis Z greifen mehr oder weniger ineinander ein. Daher werden sie zur Verdeutlichung öfter und auch in sinnvollen Kombinationen im Beitrag erwähnt und intern mit Sprungmarken regelmäßig verlinkt.  

Das ABC des Misserfolges – keine Rangliste, sondern eine Entscheidungshilfe

Wetter und Witterung (a–g)
Warum selbst gute Wetterlagen täuschen können.

Zeit (h–k)
Wann selbst der beste Angelplatz wenig Erfolg verspricht.

Standort (l–s)
Der vermutlich wichtigste Bereich – denn wo keine Aale sind, kann auch keiner beißen.

Praxis (t–z)
Die Ursachen, die der Angler am ehesten selbst beeinflussen kann.

Kategorie Wetter und Witterung

Ist bei einem Misserfolg beim Aalangeln immer das Wetter schuld?

Nach einer Schneidernacht fällt der erste Verdacht fast immer auf das Wetter. War der Luftdruck ungünstig? Hätte es besser Trübe sein oder war es einfach zu warm? Tatsächlich beeinflussen Wetter und Witterung das Verhalten der Aale erheblich – allerdings selten als alleinige Ursache.

Viele Wetterfaktoren wirken nicht für sich, sondern verstärken oder schwächen andere Einflüsse. Eine ungünstige Wassertemperatur kann beispielsweise schwerer wiegen als ein bewölkter Himmel, während Wind oder Regen ihre Wirkung oft erst im Zusammenspiel mit Gewässerart, Jahreszeit oder Wasserstand entfalten. Wer das Wetter deshalb nur pauschal als Schuldigen betrachtet, macht es sich zu einfach.

Die folgenden Faktoren zeigen, welche Witterungsbedingungen einen Aalansitz tatsächlich erschweren können – und warum sich hinter dem Begriff „schlechtes Aalwetter“ weit mehr verbirgt als nur Regen oder Sonnenschein.

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a) Wassertemperatur

Die Wassertemperatur gehört zu den wichtigsten Einflussgrößen beim Aalangeln. Sie bestimmt nicht nur die Aktivität der Aale, sondern auch ihren Stoffwechsel und damit unmittelbar die Bereitschaft zur Nahrungssuche.

Sinkt oder bleibt die Wassertemperatur unter etwa 4 °C, wird die Nahrungsaufnahme weitgehend eingestellt. Bereits zwischen etwa 5 und 14 °C sind Aale deutlich träger und verlassen ihre Winterquartiere oft nur sehr kurz oder gar nicht. In dieser Phase wird eher zufällig ein vorbeischwimmendes Nahrungshäppchen aufgenommen als etwas gezielt gejagt.

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Doch auch das andere Extrem kann zum Problem werden. Steigt die Wassertemperatur dauerhaft über etwa 22 °C, nimmt der Sauerstoffgehalt des Wassers deutlich ab. Die Aale reduzieren ihre Aktivität zunehmend, stellen die Nahrungsaufnahme weitgehend ein und werden anfälliger für Krankheiten. Insbesondere in stehenden, eher flachen, langsam fließenden Gewässern können solche Bedingungen im Hochsommer sogar zu massenhaften Aalsterben und Ausbruch einer berüchtigten Aal-Rotseuche führen.

Wer ausschließlich auf Wetterberichte achtet, übersieht häufig den eigentlichen Faktor: Entscheidend ist nicht die Lufttemperatur, sondern welche Wassertemperatur sich daraus über Tage oder Wochen entwickelt hat.

b) Bewölkung

Aale gelten als ausgesprochen lichtscheu. Weniger das Licht selbst scheint dabei das eigentliche Problem zu sein, sondern die erhöhte Gefahr, von Fressfeinden leichter entdeckt zu werden. Je heller ihre Umgebung, desto vorsichtiger verhalten sie sich häufig bei der Nahrungssuche.

Ein wolkenloser Himmel mit klarem Sternenhimmel sorgt für ungünstigere Bedingungen als bei einer geschlossenen Wolkendecke. Besonders in flachen Gewässern oder ufernahen Bereichen werden Aale deutlich zurückhaltender und verlassen ihre Verstecke später oder gar nicht. Gleichzeitig profitieren tag- und dämmerungsaktive Prädatoren von den besseren Sichtverhältnissen, was den natürlichen Fluchtinstinkt der Aale zusätzlich verstärken kann.

Bewölkung allein entscheidet allerdings noch nicht über Erfolg oder Misserfolg. Sie wirkt vielmehr zusammen mit weiteren Faktoren wie Mondphase, Gewässertiefe, Vegetation oder Wassertemperatur. Erst das Zusammenspiel dieser Einflüsse bestimmt, ob eine Aalnacht vielversprechend oder eher enttäuschend verläuft.

c) Sichtbarkeit bei Nebel

Nebel gehört zu den Wettererscheinungen, die sich nicht eindeutig als gut oder schlecht für das Aalangeln nicht so einfach einordnen lassen. Seine Auswirkungen hängen stark davon ab, wann er auftritt und welche weiteren Bedingungen gleichzeitig vorliegen. Es gibt eher negativen Verdunstungsnebel (Seerauch) und eher positiven Warmfrontnebel (Advektionsnebel).

Ein typischer Herbstnebel am Tage kündigt häufig sinkende Temperaturen an. Dadurch verlängert sich die Zeit, in der viele tagaktive Raubfische erfolgreich jagen können. Kleine Beutefische ziehen sich verstärkt in/an Schilfgürtel, Krautfelder oder andere Deckungsbereiche zurück. Wo weniger Beutefische unterwegs sind, finden auch Aale oft schlechter geeignete Jagdbedingungen vor.

Hinzu kommt, dass sich das Wasser im Herbst zunehmend abkühlt. Gerade in flachen Uferbereichen kann die Temperatur bereits so weit gesunken sein, dass sich Aale deutlich seltener zeigen oder sich bereits in tiefere beziehungsweise geschütztere Bereiche zurückziehen.

Besonders ungünstig können Wetterlagen sein, bei denen mehrere nachteilige Einflüsse zusammentreffen – beispielsweise dichter Nebel (Verdunstungsnebel) in Verbindung mit einer heranziehenden Schlechtwetterfront oder ein kalter Strahlungsnebel (Seerauch) bei klarem Himmel und hellem Vollmond. Nicht der Nebel allein verschlechtert dann die Fangaussichten, sondern das Zusammenspiel mehrerer Faktoren.

Nebel ist deshalb weniger eine eigenständige Ursache für einen Schneider als vielmehr ein möglicher Verstärker bereits ohnehin ungünstiger Bedingungen.

d) Luftdruck

Kaum ein anderer Wetterfaktor wird unter Anglern so häufig diskutiert wie der Luftdruck. Während die einen ihm kaum Bedeutung beimessen oder schlicht als Anglerlatein bezeichnen, richten andere sogar ihre gesamte Angelplanung danach aus. Die Wahrheit liegt – wie manche meinen – irgendwo dazwischen.

Ich persönlich habe über viele Jahre den Eindruck gewonnen, dass sich vor allem ein rasch fallender Luftdruck ungünstig auf das Beißverhalten der Aale auswirkt. Ob die Ursache tatsächlich in der Schwimmblase liegt oder zusätzlich auch andere physiologische Vorgänge eine Rolle spielen, lässt sich für mich nicht mit letzter Sicherheit beantworten. Als mögliche Erklärung erscheint mir jedoch plausibel, dass sich die Schwimmblase an veränderte Druckverhältnisse immer anpassen muss.

Bei stark fallendem Luftdruck wird dem Aal vorübergehend quasi blümerant, hält sich häufiger in seinen Verstecken auf und geht nicht auf Nahrungssuche.

Steigt der Luftdruck dagegen nach einer Wetterumstellung wieder langsam an, habe ich persönlich deutlich mehr Fänge erlebt. Ob dies tatsächlich nur auf den Luftdruck selbst oder auf die damit verbundene Wetterberuhigung zurückzuführen ist, bleibt offen. Genau deshalb sollte dieser wichtige Faktor möglicherweise nicht alleine betrachtet werden.

Der Luftdruck ist aus meiner Sicht ein relevanter Auslöser für einen Schneider und kann ungünstige Bedingungen zusätzlich auch verstärken.

e) Niederschlag

Regen gehört zu den Wettererscheinungen, die unter Aalanglern unterschiedlich bewertet werden. Nicht ohne Grund, denn Niederschlag kann die Erfolgsaussichten sowohl verbessern als auch vorübergehend erschweren.

An dieser Stelle noch einmal zur Erinnerung: In diesem Beitrag sollen bewusst nur die möglichen Herausforderungen betrachtet werden und nicht Tipps für einen Erfolg – beim Lesen immer im Hinterkopf behalten.

Bei kräftigem Regen werden Geruchsstoffe im Wasser stärker verteilt oder verdünnt. Gerade wenn kein zusätzlicher Wasserzufluss mit frischem Sauerstoff oder eingeschwemmter Nahrung erfolgt, kann es für den Aal schwieriger werden, einer Geruchsspur gezielt zu folgen. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der häufig unterschätzt wird: Der Aufprall unzähliger Regentropfen erzeugt unter Wasser eine erhebliche Geräuschkulisse. Über die empfindliche Seitenlinie nimmt der Aal diese ständigen Erschütterungen wahr, wodurch seine Orientierung zeitweise beeinträchtigt werden kann.

Diese Einflüsse sind i.d.R. nicht von langer Dauer und werden auch durch andere positive Begleiterscheinungen eines Regens ausgeglichen.

f) Wasserstand

Neben der Wassertemperatur gehört auch der Wasserstand zu den wichtigsten Umweltfaktoren beim Aalangeln. Besonders langanhaltende Niedrigwasserphasen können die Bedingungen deutlich verschlechtern.

Sinkt der Wasserstand über längere Zeit, erwärmen sich flache Gewässer wesentlich schneller. Gleichzeitig nimmt der Sauerstoffgehalt messbar ab. Unter solchen Bedingungen ziehen sich Aale häufig in tiefere, kühlere oder strukturreichere Bereiche zurück und stellen ihre Nahrungssuche nach und nach ein. Erreicht die Wassertemperatur dabei dauerhaft kritische Werte, steigt zusätzlich die Belastung für die Fische und das Risiko von Krankheiten oder örtlichem Aalsterben nimmt zu.

Gerade im Hochsommer wird deshalb oft die Lufttemperatur verantwortlich gemacht, obwohl der eigentliche Einfluss vom Wasserstand und der daraus resultierenden Wassertemperatur ausgeht. Beide Faktoren lassen sich kaum voneinander trennen und sollten immer gemeinsam betrachtet werden.

Ein dauerhaft niedriger Wasserstand bedeutet zwar nicht zwangsläufig eine erfolglose Aalnacht, er erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Aale anders verhalten als unter normalen Bedingungen.

g) Wind

Der Wind wird beim Aalangeln häufig entweder völlig überschätzt oder nahezu ignoriert. Tatsächlich entscheidet er nur sehr selten allein über Erfolg oder Misserfolg, kann die Bedingungen an einem Angelplatz jedoch deutlich verändern.

Besonders interessant ist dabei nicht immer die Windstärke als vielmehr die Windrichtung. Anlandiger Wind (Luv – kriegst es druff) kann Nahrung wie Insekten oder andere Kleinstlebewesen in Ufernähe zusammentreiben. Dies lockt zunächst kleinere Fische an und kann in der Folge auch insbesondere Breitkopfaale in diesen Bereich anlocken. Fehlt dieser Effekt oder herrscht über längere Zeit ablandiger Wind (Lee – geht’s in die See), bleiben viele Uferabschnitte beim Aalangeln erfolglos – dies gilt auch bei starkem Seitenwind.

Wind wirkt meist nicht als eigenständiger Faktor, sondern beeinflusst auch hier das Zusammenspiel vieler anderer Bedingungen. Wer ihn ausschließlich als günstiges oder ungünstiges Zeichen bewertet, übersieht oft die anderen Ursachen einer erfolglosen Aalnacht.

Ein noch kalter Wind im Frühjahr oder schon im Herbst wird bei Luv als sehr unangenehm empfunden und daher wird der eigentlich noch optimale Sitzplatz eher vermieden und den Vorteil nicht mehr genutzt.

Der Wind ist deshalb weniger ein Entscheidungskriterium als vielmehr ein weiterer Mosaikstein, der das Gesamtbild eines Angelansitzes vervollständigt.

Kategorie Zeit

Liegt ein Misserfolg beim Aalangeln an einem schlechten Timing?

Kaum ein anderer Bereich wird beim Aalangeln so häufig unterbewertet wie der richtige Zeitpunkt. Viele Angler achten auf Wetter, Köder oder Angelplatz, verlieren dabei aber den zeitlichen Aspekt aus den Augen. Dabei entscheidet häufig nicht nur wo, sondern vor allem wann ein Aal überhaupt aktiv wird.

Zeit bedeutet beim Aalangeln weit mehr als die Uhrzeit. Auch Jahreszeit, Schonzeiten, Mondphasen und die oft nur kurzen Beißfenster bestimmen mit darüber, ob ein Ansitz erfolgreich verläuft oder der Kescher leer bleibt. Manche dieser Faktoren wie die Ordnung am Angelplatz lassen sich planen, andere muss man einfach akzeptieren. Wer sie kennt und richtig einordnet, versteht häufig auch besser, warum eine vermeintlich perfekte Aalnacht dennoch ohne Fang enden kann.

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h) Jahreszeit und Schonzeit

Die Jahreszeit beeinflusst das Verhalten der Aale in vielerlei Hinsicht. Allerdings sollte zunächst zwischen biologischen Zusammenhängen und den gesetzlichen Regelungen unterschieden werden.

Während einer festgelegten Schonzeit stellt sich die Frage nach einem erfolgreichen Aalansitz im Grunde natürlich nicht. Zielgerichtetes Aalangeln ist dann logischer Weise auch nicht zulässig, weil die abwandernden Blankaale auf ihrem Weg in Richtung Sargassosee zu Recht geschützt werden sollen. Die genauen Zeiträume unterscheiden sich je nach Bundesland oder Gewässerordnung, weshalb sich ein Blick in die jeweils gültigen Bestimmungen immer lohnt. Es gibt derzeit (noch) Ausnahmen.

Außerhalb einer Schonzeit gewinnt die eigentliche Jahreszeit wieder an Bedeutung. Im Frühjahr müssen sich die Gewässer zunächst ausreichend erwärmen, bevor Aale regelmäßig aktiv werden. Bei Hochsommer können dagegen sehr hohe Wassertemperaturen und sinkende Sauerstoffgehalte die Nahrungssuche wieder einschränken. Im Herbst beginnt schließlich bei vielen Aalen die Vorbereitung auf die spätere Laichwanderung, wodurch sich das Verhalten erneut verändert.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der Fangstatistiken manchmal verzerren kann. Gerade während der Ferien- und Urlaubszeit verbringen viele Familien ihre Freizeit am Wasser oder verreisen. Bei sinkende Fangmeldungen bedeuten deshalb nicht zwangsläufig, dass weniger Aale aktiv sind – möglicherweise wird schlicht seltener gezielt auf Aal geangelt.

Die Jahreszeit entscheidet also nicht allein über einen Misserfolg. Sie bildet vielmehr die Grundlagen im zeitlichen Rahmen, innerhalb dessen viele andere Faktoren ihre Wirkung tatsächlich entfalten können.

i) Mondphasen

Kaum ein Thema sorgt unter Aalanglern für so viele Diskussionen wie der Mond. Für die einen ist er der entscheidende Erfolg-/Missfaktor, für andere spielt er überhaupt keine Rolle. Vermutlich liegt die Wirklichkeit auch hier zwischen beiden Ansichten.

Ein heller Vollmond mit wolkenlosem Himmel kann die nächtlichen Lichtverhältnisse extrem verschlechtern. Besonders in flachen Gewässern oder ufernahen Bereichen werden Aale dadurch deutlich vorsichtiger. Die meisten Angler berichten Erfahrungsgemäß von deutlich schlechteren Fangergebnissen rund um den Vollmond. Untersuchen haben ergeben, dass die schlechte Fangphase eine Woche vor bis Vollmond steigt und danach wieder 1 Woche abflacht. Achtung! Diese Ergebnisse und Erkenntnisse stammen aus der Berufsfischerei mit Reusen und nicht aus Fangstatistiken von Aalanglern – sie zeigen aber wie aktiv die Aale auf der Nahrungssuche unterwegs sind.

Zusammenhänge

Ich halte allerdings auch hier wenig davon, den Mond immer als alleinigen Schuldigen für einen Schneider zu betrachten. Vielmehr kann er seine tatsächliche Wirkung häufig erst im Zusammenspiel mit anderen Einflüssen zu entfalten oder kann beim Aalangeln sogar ignoriert werden. Eine starke Bewölkung, Gewässerstruktur mit tiefem Unterschlupf, starke Vegetation unter- und oberhalb der Gewässeroberfläche oder das natürliche Nahrungsangebot können den Einfluss des Mondlichts verstärken, abschwächen oder nahezu vollständig überlagern.

Hinzu kommt ein weiterer Gedanke aus der Praxis. Häufig wird zwar über den Vollmond diskutiert, die eigene Angelmethode bleibt jedoch unverändert. Wer seine Montage unabhängig von den Lichtverhältnissen immer gleich präsentiert, verschenkt unter Umständen seine Möglichkeiten. Nicht selten liegt die eigentliche Herausforderung also weniger beim Mond selbst als bei der eigenen fehlenden Anpassung an die jeweiligen Bedingungen.

Auch sollte man nicht vergessen, dass der Mond nicht nur nachts existiert. Seine Einflüsse auf Gezeiten oder biologische Abläufe begleiten die Natur immer rund um die Uhr – auch wenn sie für uns beim Aalangeln längst nicht immer sichtbar sind.

Der Mond gehört deshalb i.d.R. zu jenen Faktoren, die unbedingt berücksichtigt werden sollten. Er ist jedoch nicht immer bzw. eher selten die alleinige Erklärung dafür, warum ein Aalansitz erfolglos geblieben ist.

j) Zeitfresser

Manche Schneidernacht entsteht nicht durch Wetter oder Mond, sondern ganz einfach durch verlorene Zeit.

Gerade die besten Beißphasen dauern manchmal nur wenige Minuten. Wer genau dann nach Haken sucht, ein Vorfach neu bindet oder erst irgendwelches Zubehör sucht, verpasst unter Umständen das entscheidende Zeitfenster.

Zeitverluste entstehen häufig durch unnötig komplizierte Montagen, mangelnde Ordnung und Beleuchtung am Angelplatz oder eine unzureichende Vorbereitung. Auch Hektik vor einem Kurzansitz kann dazu führen, dass erlaubte Ruten verspätet ausgelegt werden oder wichtige Ausrüstungsgegenstände fehlen.

Aus eigener Erfahrung hat sich deshalb eine einfache Reserve bewährt. Gemeint ist keine komplett fangfertig montierte Ersatzrute, sondern eine vorbereitete Rute mit montierter Hauptschnur, die im Bedarfsfall innerhalb weniger Augenblicke mit einer Montage ergänzt und einsatzbereit gemacht werden kann. Geht während einer guten Beißphase einmal etwas schief, spart das wertvolle Minuten.

Zeit lässt sich auch beim Aalangeln nicht anhalten. Man kann jedoch verhindern, sie unnötig zu verschenken.

k) Beißphasen

Aale fressen nicht rund um die Uhr mit gleicher Intensität. Wie bei vielen anderen Fischarten gibt es Zeiträume, in denen die Aktivität deutlich zunimmt oder spürbar nachlässt.

Unter normalen Bedingungen gelten insbesondere die Abend- und frühen Nachtstunden als besonders aussichtsreich. Dagegen treten während der Mittagsstunden und häufig auch in den frühen Morgenstunden längere Ruhephasen auf. Natürlich gibt es hiervon Ausnahmen, denn Wassertemperatur, Wetterlage, Jahreszeit, vorhandener Bestand und Gewässertyp verschieben diese Zeitfenster immer wieder – besonders sehr häufig kurz vor Sonnenaufgang.

Gerade Einsteiger lassen sich davon manchmal verunsichern. Wer zufällig genau während einer natürlichen Aktivitätspause am Wasser sitzt, gewinnt schnell den Eindruck, am Angelplatz gäbe es überhaupt keine Aale. Dabei kann sich die Situation nur wenige Stunden später vollkommen verändern.

Beißphasen lassen sich deshalb nicht auf die Minute genau vorhersagen. Sie erhöhen lediglich die Wahrscheinlichkeit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Wer diese natürlichen Aktivitätsfenster kennt und bei seiner Planung berücksichtigt, vermeidet manche vermeintlich rätselhafte Schneidernacht bereits im Vorfeld.

Kategorie Standort

Braucht man erst viele Orte des Misserfolgs, um den erfolgreichsten Platz zum Aalangeln zu finden?

Wetter, Jahreszeit und die richtige Uhrzeit können noch so gut passen – wenn der Köder dort liegt, wo sich keine Aale aufhalten oder auf Nahrungssuche gehen, bleibt der Kescher trotzdem leer. Genau deshalb entscheidet der Standort häufig mehr über Erfolg oder Misserfolg als jeder noch so ausgefallene Köder oder jede perfekt gebundene Montage.

Dabei geht es nicht nur um die Wahl des richtigen Gewässers. Auch innerhalb eines Sees, Flusses oder Kanals unterscheiden sich die Lebensräume der Aale erheblich. Manche Bereiche werden regelmäßig aufgesucht, andere dagegen nur selten oder überhaupt nicht. Wer diese Unterschiede erkennt, erhöht seine Chancen bereits, bevor der erste Köder im Wasser liegt.

Die folgenden Faktoren beschäftigen sich deshalb mit einer der wichtigsten Fragen beim Aalangeln: Wo lohnt sich ein Ansitz überhaupt bzw. wo ist ein Schneider nahezu vorprogrammiert?

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l) Gewässerart – Geschlossene Gewässer ohne Aalbestand

Manchmal ist die einfachste Erklärung auch die richtige: Wo keine Aale leben, lässt sich auch keiner fangen. 😉

Gerade Jungangler lassen sich gelegentlich schon von kleinen Dorfteichen, ehemaligen Löschteichen, Rückhaltebecken oder idyllischen Weihern in der Nähe einen ersten Aal fangen zu können – der Reiz ist da aber die enttäuscht vorprogrammiert. Nicht jedes Gewässer besitzt eine Verbindung zu einem Fließgewässer oder wird/wurde mit Aalen besetzt. Von außen ist das natürlich nicht zu erkennen.

Hinzu kommt, dass manche Kleingewässer in trockenen Sommern zeitweise austrocknen oder aufgrund ihrer geringen Tiefe für einen dauerhaften Aalbestand kaum geeignet sind. Selbst wenn dort vereinzelt Fische vorkommen, bedeutet das nicht automatisch, dass auch Aale vorhanden sind.

Bevor also Wetter, Mondphase oder Köder infrage gestellt werden, lohnt sich zunächst eine viel grundlegendere Überlegung: Gibt es in diesem Gewässer überhaupt einen Aalbestand? Informationen des Fischereivereins, Besatzmaßnahmen oder Fangmeldungen können dabei oft mehr weiterhelfen als jede Wetter-App.

Ist kein Bestand vorhanden, erklärt sich der Misserfolg quasi von selbst.

m) Prädatoren-, Fischerei- und Anglerdruck

Aale stehen nicht allein am Ende der Nahrungskette. Kormorane, Fischotter, größere Raubfische und andere Fressfeinde beeinflussen regional durchaus die Bestandsdichte. Wie stark dieser Einfluss und ein Prädatorendruck tatsächlich ist, hängt jedoch immer vom jeweiligen Gewässer und dessen Bewirtschaftung ab.

Auch wir Angler üben – genau betrachtet – einen gewissen Nutzungsdruck auf den Bestand eines Gewässers aus. Zumindest sind wir selber zeitlich begrenzt ebenfalls Prädatoren – quasi saisonale Aalprädatoren. Das gehört zum Aalangeln durchaus auch dazu und ist bei verantwortungsvollem Umgang keineswegs problematisch. Schwieriger wird es dort, wo sich deutlich erhöhter Angeldruck auf wenige bekannte oder angepriesenen Hotspots konzentriert.

Durch soziale Medien, Fangmeldungen oder Apps verbreiten sich erfolgreiche Angelstellen heute wesentlich schneller als noch vor einigen Jahren. Ein Platz, der früher nur wenigen Ortskundigen bekannt war, kann innerhalb kurzer Zeit regelmäßig befischt und im schlimmsten Fall „leergefischt“ werden. Für den einzelnen Angler steigen dadurch die Erwartungen, während die tatsächlichen Erfolgsaussichten deutlich sinken. Es wäre somit auch ein Misserfolg beim Aalangeln, insbesondere an speziellen Hotspots, durch unüberlegtes Handeln schon vorprogrammiert.

Anmerkungen

Ich vergleiche das gern mit einem Pilzsammler. Würde jemand seine besten Steinpilzstellen gar mit exakten Koordinaten veröffentlichen, wären sie vermutlich schon am nächsten Tag/Wochenende leergefegt bzw. dort alles abgeschnitten. Beim Aalangeln verhält es sich häufig ähnlich. Eine Frage wie „Wo kann ich am besten in XY Aale fangen?“ konkret zu beantwortet wäre also vermutlich keine besonders gute Idee. Wenn ein Anglerdruck derart aufgeputscht wird, wenn auch unbewusst, ist zumindest nicht überraschend, wenn dort für die nächste Zeit der Kescher leer bleibt.

Das bedeutet nicht, dass bekannte Angelplätze grundsätzlich ungeeignet sind. Es lohnt sich jedoch, auch einmal weniger offensichtliche Bereiche zu erkunden. Nicht selten liegen die interessanteren Stellen nur einige hundert Meter von einem beliebten Hotspot entfernt.

Eine berufliche Fischerei stellen meiner Meinung nach keine negativen Einflüsse auf einen Erfolg mit einer Angelrute dar – zumindest, wenn die örtlichen Regelungen der Fischer jederzeit eingehalten werden und gegenseitiger Respekt zur Erhaltung und Pflege der Traditionen, der Unterstützung der Aalbestände und vertrauter Zusammenarbeit aller Beteiligten im Sinne der Aale.  

n) Vegetation

Für Aale ist ein dichter Pflanzenbewuchs am Gewässerrand unter Umständen überlebenswichtig. Schilf, Seerosenfelder, Krautbänke, überhängende Büsche oder eingestürzte Ufergehölze bieten Deckung und zugleich ein artenreiches Nahrungsangebot.

Fehlen solche Strukturen vollständig, wirkt ein Gewässerabschnitt auf den ersten Blick zwar gut übersichtlich, für Aale ist er jedoch deutlich weniger attraktiv, sie jagen dort kaum und halten sich dort kaum auf. Gerade in hellen Nächten meiden sie offene Bereiche und halten sich lieber dort auf, wo sie jederzeit Deckung finden. Insekten, Kleinfische, Würmer und zahlreiche andere Beutetiere nutzen diese Deckung ebenfalls als Lebensraum. Wo sich Nahrung konzentriert, lassen sich früher oder später auch Aale antreffen. Wer dies ignoriert erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Misserfolges.

o) Uferprofil, Boden- und Gewässerstruktur

Wenn ich nur einen einzigen Standortfaktor nennen dürfte, wäre es vermutlich dieser.

Manche Angler investieren viel Zeit in die Wahl des richtigen Köders, werfen ihn anschließend jedoch an eine Stelle, deren Untergrund sie überhaupt nicht kennen. Dabei entscheidet gerade die Gewässerstruktur oft darüber, ob ein Aal den Köder überhaupt findet.

Wenn keine Kanten, Vertiefungen, flach auslaufende Ufer, kleine Rinnen, versunkene Äste oder Übergänge zwischen hartem und weichem Untergrund nicht vorhanden sind, sind diese Bereiche für den Aal grundsätzlich uninteressant.

Ein sorgfältiges Ausloten eines unbekannten Angelplatzes gehört zu den wichtigsten Vorbereitungen überhaupt. Es geht dabei nicht nur darum, die richtige Tiefe für eine Pose zu ermitteln. Wer den Gewässergrund nicht aufmerksam erkundet und somit die perfekte Stelle nicht gefunden hat, sitzt wahrscheinlich häufig dort, wo sich ein Aalansatz nicht wirklich lohnt.

Besonders gleichförmige Gewässerabschnitte ohne erkennbare Struktur wirken oft wie eine große, leere Fläche. Sie können durchaus Fische beherbergen, bieten Aalen jedoch meist deutlich weniger Anreize, sich dort länger aufzuhalten.

Auch sehr steil abfallende Ufer größerer Seen oder tieferer Flüsse werden häufig überbewertet. Aale halten sich nur selten dauerhaft unterhalb einer ausgeprägten Sprungschicht auf.

Wer interessantere Übergangsbereiche zwischen flach und tief oder strukturreiche Uferzonen, in denen Nahrung und Verstecke zusammenkommen nicht konsequent nutzt geht i.d.R. leer aus.

Wer den Untergrund seines Angelplatzes nicht kennt, versteht häufig nicht, warum z.B. ein Sportsfreund wenige Meter weiter regelmäßig fängt, selber aber keine Bisse registriert und direkt danebensitzend Schneider bleibt.

p) Bodensediment

Nicht nur der Angelplatz selbst entscheidet über Erfolg oder Misserfolg, sondern auch das, was sich direkt unter dem Köder befindet. Der Gewässergrund wird beim Aalangeln deshalb häufig unterschätzt.

Liegt der Köder beispielsweise tief im Faulschlamm oder sinkt er vollständig in weiches Sediment ein, verliert er einen Teil seiner Wirkung. Zwar verfügt der Aal über einen außergewöhnlich guten Geruchssinn, dennoch nützt der beste Köder wenig, wenn er kaum wahrgenommen werden kann oder zwischen Schlamm und Pflanzenresten verschwindet.

Noch häufiger entstehen Herausforderungen an ganz anderen Stellen. Steinpackungen, Buhnen, Wurzelwerk oder größere Geröllfelder bieten den Aalen zwar ideale Verstecke, erschweren jedoch gleichzeitig die Köderpräsentation. Nicht selten verschwindet der Köder in einer Spalte, während Krabben, Krebse oder Grundeln ihn deutlich früher entdecken als der eigentliche Zielfisch. Der Angler deutet die ausbleibenden Bisse dann schnell als mangelnden Aalbestand, obwohl der Köder längst verschwunden ist.

Hinzu kommen Schnurabrieb, Hänger und Materialverluste. Nicht jeder vermeintlich gute Aalplatz lässt sich auch problemlos befischen.

q) Fließgeschwindigkeit

Aale sind zwar ausgezeichnete Schwimmer, verschwenden ihre Energie jedoch nur ungern gegen starke Strömungen. Wegen des vergleichsweise sehr hohen Energieaufwands reagieren die Aale kaum auf vorbeitreibende Köder bzw. vorbeischwimmende Beutetiere. Deshalb findet man sie auch selten, erst recht nicht dauerhaft, in Gewässerabschnitten mit hoher Fließgeschwindigkeit und fehlenden Ruhezonen.

Besonders gleichmäßige Strömungsstrecken ohne Kehrwasser, Buhnenfelder, Einläufe oder strömungsberuhigte Uferbereiche bieten den Aalen vergleichsweise wenig Vorteile. Nahrung wird dort zwar mitgeführt, doch gleichzeitig müsste auch dort ständig Kraft aufgewendet werden, um den Standort bei permanenter Strömung zu halten.

Nicht die Strömung allein ist die Quelle eines Misserfolges, sondern zusätzlich eine Kombination aus fehlenden Unterständen und Ruhebereichen. Wer ausschließlich in der stärksten Hauptströmung fischt, wird sich deshalb häufig fragen, warum der Ansitz trotz guter Bedingungen ohne Biss geblieben ist.

Hinweis: Beim Abzug der Blankaale im Herbst gelten andere Bedingungen.

r) Nahrungskonkurrenz

Selbst ein gesunder Aalbestand garantiert noch keine guten Fangergebnisse. Entscheidend ist auch, mit wie vielen anderen Bewohnern eines Gewässers sich die Aale ihre Nahrung teilen müssen.

In manchen Gewässern haben sich Wollhandkrabben, invasive Krebsarten oder Grundeln stark ausgebreitet. Sie reagieren oft ausgesprochen schnell auf angebotene Köder und können diese innerhalb kurzer Zeit vollständig auffressen. Für uns als Aalangler entsteht dadurch leicht der Eindruck, die Aale würden überhaupt nicht beißen, obwohl der Köder ohnehin längst nicht mehr vorhanden bzw. weggefressen ist.

Auch das allgemeine Nahrungsangebot spielt eine Rolle. Finden Aale reichlich natürliche Nahrung, sinkt unter Umständen ihr Interesse an bestimmten Angelködern. Umgekehrt kann eine unausgewogene Gewässerentwicklung mit sehr hoher Konkurrenz zwischen verschiedenen Arten die Nahrungssuche zusätzlich erschweren.

Hinzu kommt das Besatzmanagement. Welche Aalgrößen besetzt wurden, wie sich der Bestand entwickelt hat und welche Fischarten gleichzeitig gefördert wurden, unterscheidet sich von Gewässer zu Gewässer erheblich. Dadurch können sich selbst äußerlich ähnliche Gewässer vollkommen unterschiedlich entwickeln.

Nahrungskonkurrenz bedeutet deshalb weit mehr als nur „zu viele Mitesser“. Sie ist Teil eines komplexen ökologischen Gleichgewichts, das häufig unterschätzt wird und kann sich unmittelbar auf den Misserfolg auswirken.

s) Störungseinflüsse durch biologische und chemische Stoffe

Manche Einflüsse am Gewässer nehmen wir kaum wahr, obwohl sie das Verhalten der Aale durchaus beeinflussen können.

Dazu gehören zunächst ganz alltägliche aber relevant negative Dinge. Mikroskopische Rückstandspartikel von Sonnencreme, Insektenschutzmitteln, Nikotin, Rollenfett oder Reinigungsmitteln (inkl. Waschmittel oder Seife) gelangen über die Hände schneller an den Köder, als man vermutet. Wegen des ausgeprägten Geruchsinn der Aale vermeiden sie konsequent verdächtige Köder.

Auch Einträge aus der Landwirtschaft oder anderen Bereichen können Gewässer zumindest zeitweise verändern. Nährstoffe, Sauerstoffzehrer oder unerlaubte Einleitungen beeinflussen nicht nur die Wasserqualität, sondern oft auch das Verhalten vieler Wasserorganismen. Solche Veränderungen bleiben uns als Angler häufig verborgen, können sich jedoch indirekt negativ auf die Aktivität der Aale und somit auch auf das Beißverhalten negativ auswirken.

Nicht zuletzt spielen auch mechanische Störungen eine Rolle. Wer nachts unruhig über Buhnen oder Steinpackungen läuft oder eher herumstolpert, erzeugt Erschütterungen, die sich direkt über den Untergrund und das Wasser ausbreiten. Gerade in flachen Uferbereichen dürfte dies von den empfindlichen Sinnesorganen der Aale deutlich eher wahrgenommen werden als normale Gespräche oder leise Musik am Angelplatz.

Vielleicht liegt genau darin eine der wichtigsten Erkenntnisse dieses Kapitels: Der beste Angelplatz nützt wenig, wenn dort entweder keine Aale leben oder sie durch ungünstige Bedingungen, Konkurrenz oder vermeidbare Störungen gar nicht erst zur Nahrungssuche kommen.

Kategorie Praxis

Zählt am Ende wirklich nur ein gefangener Aal – oder auch die Erkenntnis, warum man trotz eines Schneiders etwas dazugelernt hat?

Nicht jeder Misserfolg entsteht durch Wetter, Jahreszeit oder den gewählten Angelplatz. Manchmal liegen die Ursachen näher, als man zunächst vermutet. Ausrüstung, Montage oder die eigene Vorgehensweise entscheiden häufig darüber, ob ein Ansitz erfolglos endet.

Gerade diese Faktoren sind besonders interessant, denn sie liegen – anders als Wetter, Mondphase und Co. – weitgehend in der Hand des Aalanglers. Genau deshalb lohnt es sich, sie nach einer Schneidernacht kritisch zu hinterfragen.

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t) Angelmethode

Nicht jede Angelmethode eignet sich gleichermaßen für jede Gewässersituation. Logisch. Selbst bewährte Methoden können unter ungünstigen Bedingungen an ihre Grenzen stoßen.

Beim Posenangeln erschweren beispielsweise starke Strömung, hoher Wellengang oder Wind eine saubere Köderpräsentation erheblich. Auch sehr flache oder außergewöhnlich tiefe Gewässer können dazu führen, dass sich der Köder nur schwer kontrollieren lässt. Hinzu kommt, dass die notwendige Wurfweite je nach Jahreszeit und Aufenthaltsort der Aale stark variieren kann. Wird der Köder dauerhaft außerhalb ihres tatsächlichen Lebensraumes angeboten, bleibt der Ansitz häufig ohne Erfolg.

Aber auch ein klassisches Grundangeln kennt seine Herausforderungen. Dichter Bewuchs, Steinpackungen, Wurzelwerk oder hohe Bestände an Grundeln, Wollhandkrabben oder Krebsen können dafür sorgen, dass der Köder verschwindet, beschädigt wird oder den Aal gar nicht erst erreicht. Ebenso kann weicher Faulschlamm den Köder teilweise im Sediment verschwinden lassen.

Nicht die Angelmethode selbst entscheidet also über einen Schneider, sondern ihre Eignung für die jeweilige Situation.

u) Montage

Selbst kleine Schwachstellen einer Montage bleiben oft lange unbemerkt. Spätestens dann, wenn der ersehnte Biss ausbleibt oder ein gehakter Aal verloren geht, geraten sie jedoch in den Fokus.

Abgenutzte bzw. angeraute Schnüre, beschädigte Vorfächer, ungeeignete Knoten oder stumpfe Haken erhöhen das Risiko unnötiger Misserfolge. Hinzu kommen Montagen, die zwar technisch interessant wirken, im praktischen Einsatz jedoch unnötig kompliziert aufgebaut sind. Jeder zusätzliche Wirbel, jedes weitere Verbindungsteil und jede Spezialkomponente kann Zeit kosten und eine zusätzliche Fehlerquelle darstellen.

Auch die Anpassung an das jeweilige Gewässer wird häufig unterschätzt. Was an einem kleinen Vereinssee problemlos funktioniert, muss an einem strömenden Fluss oder steinigen Kanal längst nicht die beste Wahl sein.

Eine Montage muss möglichst unkompliziert sein. Sie sollte in erster Linie zuverlässig funktionieren, schnell ersetzbar und den jeweiligen Bedingungen gerecht werden. Bleibt diese Anpassung aus, steigt das Risiko eines vermeintlich unerklärlichen Misserfolges.

v) Bissanzeiger

Nicht jeder ausbleibende Fang bedeutet automatisch, dass kein Aal am Köder war. Manchmal wird der Biss schlicht nicht oder zu spät erkannt.

Leere Batterien und fehlende Wartung elektronischer Bissanzeiger, verbrauchte Knicklichter oder schlecht ausbalancierte Posen können dazu führen, dass feine Bisse nahezu unbemerkt bleiben. Beim Grundangeln kommen weitere Herausforderungen hinzu. Schwimmt ein Aal nach der Köderaufnahme auf den Angler zu, entsteht häufig ein sogenannter Fallbiss. Ohne passende Abstimmung der Montage bzw. Bissanzeige wird dieser Bewegungsablauf oftmals gar nicht angezeigt.

Ein weiterer und oft unterschätzter menschlicher Einfluss – die „tanzenden Knicklichter“. Wer nachts über längere Zeit konzentriert auf ein Knicklicht oder eine schwach beleuchtete Rutenspitze blickt, kann dem sogenannten autokinetischen Effekt unterliegen. Dabei scheint sich ein eigentlich unbewegter Lichtpunkt plötzlich zu bewegen oder zu zittern, obwohl er völlig stillsteht. Gleichzeitig arbeiten bei Dunkelheit überwiegend die lichtempfindlichen Stäbchen des Auges, während die Zapfen für Farben und feine Details nur noch eingeschränkt aktiv sind. Die Folge können Fehlinterpretationen sein: vermeintliche Bisse werden, insbesondere von unerfahrenen und ungeduldigen Sportskameraden „ins Leere“ angeschlagen oder echte, sehr vorsichtige Bisse zu langer Zeit übersehen.

Hinzu kommen äußere Einflüsse wie Wind, Wellen oder sogar größere Fluginsekten und Fledermäuse, die insbesondere nachts lästige Fehlanzeigen verursachen können. Beim ständigen anschlagen, einholen und kontrollieren bei jedem „Scheinbiss“, schnappt man im schlimmsten Fall bei jedem annähernden Aal den Köder immer direkt vorm Maul wieder weg. Wer ständig zwischen echten und vermeintlichen Bissen unterscheiden muss, verliert auch schnell die notwendige Aufmerksamkeit und oft auch die Nerven.  

w) Köderwahl, -platzierung und Lebensraum

Der beste Köder nützt wenig, wenn er dort angeboten wird, wo sich gerade keine Aale aufhalten.

Im Laufe des Jahres verändern Aale ihre bevorzugten Aufenthaltsbereiche immer wieder. Wassertemperatur, Sauerstoffgehalt, Wasserstand und Nahrungsangebot führen dazu, dass sich ihre Aktivitätszonen innerhalb eines Gewässers verschieben, verkleinern oder vergrößern. Ein Angelplatz, der im Frühjahr noch aussichtsreich erschien, kann im Hochsommer oder Herbst deutlich an Bedeutung verlieren.

Hinzu kommt, dass sich auch die bevorzugte Nahrung mit den jeweiligen Bedingungen verändert. Wird die Köderwahl diesen Veränderungen nicht angepasst, nimmt die Wahrscheinlichkeit eines Schneiders deutlich zu.

In Gewässern mit verbuttertem Friedfischbestand und Aalbesatz über 25 cm aus Aufzuchtanlagen wachsen überwiegend männliche Aale mit Spitzkopfform heran. Durch längere Pellet-Prägung in Farmanlagen fressen sie nach dem Besatz eher Kleinlebewesen und jagen kaum Beutefische. Köderfische werden daher häufig ignorieren. Ein Misserfolg ist daher teilweise schon vorprogrammiert.

Ganz anders ist die Dynamik bei Breitkopfaalen: Wurden Glasaale oder Satzaale schon unter 20 cm besetzt, entwickelten sich überwiegend auch Rognern. Bei verbutterten Friedfischbestände besteht gegenüber den jung besetzten Aalen eine sehr hohe Nahrungskonkurrenz in Bezug auf die begrenzte Biomasse von Kleinlebewesen.

Da bei hohen Friedfischbeständen die Kleinlebewesen schon stark dezimiert werden, weichen die jungen Aale gezwungenermaßen auf massenhaft vorhandene Fischnahrung aus und entwickeln die typischen Ausprägungen von Raub- bzw. Breitkopfaalen – besonders bei den größer werdenden Rognern. Wer hier nur auf Tauwurm setzt, geht oft leer aus.

Zusätzlich entscheidet die Sensorik: Die feine Aal-Nase wittert geringste Spuren von Chlor, wenn Köderfische mit Leitungswasser abgespült oder eingefroren werden. Auch Anzeichen eines Gefrierbrands erzeugt eine Scheu-Wirkung.

Nicht selten liegt die eigentliche Ursache eines erfolglosen Ansitzes nur beim Köder oder dem Aal selbst, sondern schlicht auch darin, dass sich beide zur gleichen Zeit an unterschiedlichen Orten befinden.

x) Lockstoffe

Lockstoffe gehören seit vielen Jahren zum Angebot vieler Angelgeschäfte. Ihre Wirkung wird jedoch häufig sehr unterschiedlich beurteilt.

Unabhängig davon, ob natürliche oder künstliche Zusätze verwendet werden, gilt: Mehr ist nicht automatisch besser. Überdosierungen oder sehr intensive künstliche Aromen können unter Umständen sogar den gegenteiligen Effekt (Scheuchwirkung) hervorrufen. Hinzu kommt, dass manche Produkte Konservierungsstoffe oder Trägerstoffe enthalten, deren Einfluss auf das Verhalten der Aale nur schwer einzuschätzen ist.

Lockstoffe sollten deshalb keinesfalls als Ersatz für einen ungeeigneten Angelplatz, ungünstige Bedingungen oder eine unpassende Köderpräsentation betrachtet werden. Werden ihre Möglichkeiten überschätzt, kann dies zu falschen Schlussfolgerungen über die eigentlichen Ursachen eines Misserfolges führen.

y) Zeitpunkt des Anhiebs

Kaum ein Moment entscheidet so schnell über Erfolg oder Misserfolg wie der richtige Anhieb. Gleichzeitig gibt es wohl kaum einen Bereich, über den unter Aalanglern so viele unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen existieren.

Aufregung, Ungeduld oder mangelnde Erfahrung führen häufig dazu, dass der Anhieb entweder zu früh oder manchmal auch zu spät erfolgt. Besonders beim Einsatz von größeren Köderfischen wird oftmals diskutiert, ob zunächst ein weiterer Schnurabzug bzw. einen zweiten Run abgewartet werden sollte oder nicht. Eine allgemeingültige Antwort gibt es darauf kaum, denn sie hängt meistens unter anderem von Prädatorendruck, Lichtverhältniss, Methode, Ködergröße, Hakensystem und dem Verhalten des jeweiligen Aals ab.

Gerade deshalb sollte dieser Faktor nicht auf einfache Faustregeln reduziert werden. Wer nach jedem Fehlbiss automatisch denselben Zeitpunkt für den nächsten Anhieb wählt, ohne die jeweilige Situation z.B. die Jahreszeit oder Wassertemperatur zu berücksichtigen, wiederholt möglicherweise immer wieder denselben Fehler und Ursache für seinen Misserfolg.

z) Einholen und Drill

Der eigentliche Fang scheint bereits geschafft – und doch gehen gerade in den letzten Augenblicken immer wieder Aale verloren.

Kaum ein anderer Fisch nutzt Hindernisse so geschickt für seine Flucht wie der Aal. Er sucht instinktiv Wurzeln, Steine oder andere Unterstände auf und versucht dort, sich festzusetzen. Gelingt ihm das, endet ein Drill überwiegend mit einem Abriss oder einem ausgeschlitzten Haken.

Im Gegensatz zu allen anderen Fischarten in europäischen Gewässern besitzt der Aal einen schlangenartigen Körper und ein besonderes Verhalten: Er nutzt jede erdenkliche Möglichkeit, Gegenstände zur Verteidigung zu umwickeln und/oder sich daran festzusetzen.
Genau aus diesem Grund sollten Aale meiner Überzeugung nach zu keiner Zeit gedrillt werden. Wer den Drill eines Aals als persönliches Vergnügen oder sportliche Herausforderung ansieht, versteht vermutlich das Wesen und Verhalten dieser Tiere nicht umfassend genug – oder nutzt eine unangebrachte Ausrüstung, die höchstwahrscheinlich weder fair noch tiergerecht wäre.

Eine Notwendigkeit liegt jedenfalls bereits deutlich früher beim Fänger am Gewässer vor. Eine ungeeignete und zu weiche Gerätezusammenstellung, untaugliche Schnurstärken oder eine nicht zum Gewässer passende Montage erschweren die Kontrolle eines gehakten Aals.

Ein verlorener Aal ist deshalb nicht einfach Pech. Mitunter ist er lediglich der letzte Hinweis darauf, dass bereits zuvor eine der vielen kleinen Ursachen dieses Beitrages unbemerkt geblieben ist.

Fazit

Kein Beitrag der Welt wird komplett verhindern können, dass wir als Aalangler auch künftig noch Schneidernächte erleben. Und das ist vielleicht sogar gut so. Wäre jeder Ansitz vorhersehbar und jeder Aal garantiert, würde ein großer Teil der Faszination dieses geheimnisvollen Fisches verloren gehen.

Die hier vorgestellten Faktoren von A bis Z sollen deshalb weder eine vollständige Checkliste noch eine Garantie für den nächsten Fangerfolg sein. Vielmehr sollen sie dabei helfen, über eine Schnittmenge der häufigsten Ursachen eines Misserfolges besser einzuordnen und beim nächsten Ansitz bewusster zu hinterfragen. Oft ist es nicht ein einzelner Auslöser, sondern das Zusammenspiel mehrerer kleiner Einflüsse, die am Ende darüber entscheiden, ob der Kescher leer bleibt.

Vielleicht stellst du nach einem erfolglosen Abend künftig nicht mehr zuerst die Frage: „Warum konnte ich heute schon wieder keinen einzigen Aal fangen?“, sondern eher: „Welche Rahmenbedingungen könnten heute gegen einen Erfolg bzw. für einen Misserfolg gesprochen haben?“ Genau dieser Perspektivwechsel war das eigentliche Ziel meines Beitrags.

Dabei sollte eines nie vergessen werden: Auch wenn sich viele Einflussfaktoren erkennen oder teilweise vermeiden lassen, bleibt das Aalangeln keine exakte Wissenschaft. Die Natur hält sich nicht jedes Mal an Tabellen, Statistiken oder Erfahrungswerte. Immer wieder gibt es Nächte, in denen scheinbar alles am Ufer gegen einen Fang spricht – und trotzdem steigt ein guter Aal ein. Genauso gibt es perfekte Bedingungen, die dennoch mit einem Schneider enden.

Gerade diese Unberechenbarkeit macht den Reiz des Aalangelns aus.

Wer nach einem Misserfolg bereit ist, seine eigenen Entscheidungen kritisch zu hinterfragen, wird mit der Zeit Zusammenhänge erkennen, die in keinem Fangbericht und in keiner kurzen Antwort in sozialen Medien vollständig erklärt werden können. Erfahrung entsteht nicht nur durch gefangene Aale, sondern ebenso durch die vielen Stunden, in denen man eben nichts gefangen hat – sofern man bereit ist, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Deshalb bleibt am Ende vielleicht nur eine einzige Erkenntnis vom Anfang meines Beitrages, die tatsächlich immer gilt: Der größte Fehler beim Aalangeln ist nicht der falsche Köder oder der verdammte Mond – sondern gar nicht erst ans Wasser zu gehen.

In diesem Sinne wünsche ich dir viele spannende Stunden am Wasser, interessante Beobachtungen und natürlich auch den einen oder anderen unvergesslichen Aal. Und falls der Kescher doch einmal leer bleiben sollte, kennst du jetzt vielleicht einige Fragen mehr, die sich vor dem nächsten Ansitz zu stellen lohnen.

Petri Heil!


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